Zum Waffengesetz in ÖsterreichDas Waffenrecht wird in Österreich durch das Waffengesetz 1996 – WaffG (Bundesgesetz über die Waffenpolizei) geregelt. Über das RIS des Bundeskanzleramts kann die gesamte Rechtsvorschrift für das österreichische Waffengesetz abgerufen werden. Das Teil ist etwa 100 Seiten lang – und damit du dich jetzt nicht mit allen Einzelheiten in dem Waffengesetz und dem juristisches Kauderwelsch auseinandersetzen musst, hier eine kurze Zusammenfassung.

 § 1. Waffen sind Gegenstände
die ihrem Wesen nach dazu bestimmt sind:

  1. die Angriffs- oder Abwehrfähigkeit von Menschen durch unmittelbare Einwirkung zu beseitigen oder herabzusetzen oder
  2. bei der Jagd oder beim Schießsport zur Abgabe von Schüssen verwendet zu werden.

Soviel zur Definition: Klingt vielleicht ziemlich banal, doch das bedeutet dass ein langer Stock, ein Taschenmesser oder eine Axt somit keine Waffe, im Sinne des Waffengesetz sind. Den ihrem Wesen nach sind sie dazu bestimmt Wurst zu schneiden oder Holz zu spalten. Viel wichtiger ist aber, was unter das Waffengesetz fällt bzw. in welche Kategorie bestimmte Waffen fallen.

Verbotene Waffen und Kriegsmaterial (Kategorie A) laut Waffengesetz

Verboten sind vollautomatische Waffen (z.B. Maschinengewehre u. -Pistolen), Pumpguns, Schalldämpfer sowie Schlagringe, Totschläger oder verborgene Stichwaffe (Stockdegen).

Genau lautet der § 17 im Waffengesetz – Verbotene Waffen:

Verboten sind der Erwerb, die Einfuhr, der Besitz, und das Führen

  1. von Waffen, deren Form geeignet ist, einen anderen Gegenstand vorzutäuschen, oder die mit Gegenständen des täglichen Gebrauches verkleidet sind;
  1. von Schusswaffen, die über das für Jagd- und Sportzwecke übliche Maß hinaus zum Zusammenklappen, Zusammenschieben, Verkürzen oder schleunigen Zerlegen eingerichtet sind;
  1. von Flinten (Schrotgewehren) mit einer Gesamtlänge von weniger als 90 cm oder mit einer Lauflänge von weniger als 45 cm;
  1. von Flinten (Schrotgewehren) mit Vorderschaftrepetiersystem (Pumpguns);
  1. von Schusswaffen, die mit einer Vorrichtung zur Dämpfung des Schussknalles oder mit Gewehrscheinwerfern versehen sind; das Verbot erstreckt sich auch auf die erwähnten Vorrichtungen allein;
  1. der unter der Bezeichnung Schlagringe, Totschläger und Stahlruten bekannten Hiebwaffen.

Eine diesbezügliche Ausnahmegenehmigung, kann bei der Behörde beantragt werden, ist jedoch an erhebliche Auflagen gebunden und wird selten erteilt. Verlässlichen Menschen, die das 21. Lebensjahr vollendet haben und ein „überwiegendes berechtigtes Interesse an Erwerb, Einfuhr, Besitz oder Führen nachweisen“, können diese jedoch beantragen.

Kriegsmaterial

§ 18. Der Erwerb, der Besitz und das Führen von Kriegsmaterial sind verboten.

Ausgenommen davon ist Vollmantel Gewehrmunition, die zwar Kriegsmaterial sind aber mit einem Waffenpasse, einer Waffenbesitzkarte oder einer Jagdkarte zu erwerben sind. Auch für Kriegsmaterial kann eine Sondergenehmigung erteilt werden.

Genehmigungspflichtige Schusswaffen (Kategorie B)

§ 19. Genehmigungspflichtige Schusswaffen sind Faustfeuerwaffen, Repetierflinten und halbautomatische Schusswaffen, die nicht Kriegsmaterial oder verbotene Waffen sind.

Wer eine genehmigungspflichtige Schusswaffe besitzen oder führen will, muss laut Waffengesetz bei seiner Behörde eine Waffenbesitzkarte bzw. einen Waffenpass beantragen.

§ 21. (1) Die Behörde hat verlässlichen EWR-Bürgern, die das 21. Lebensjahr vollendet haben und für den Besitz einer genehmigungspflichtigen Schusswaffe eine Rechtfertigung anführen können, auf Antrag eine Waffenbesitzkarte auszustellen.

Eine Rechtfertigung in diesem Sinne hat man z.B. als Sportschütze. In der Waffenbesitzkarte wird bei Ausstellung festgelegt wie viele Waffen man besitzen darf. Deshalb sollte man sich mit dem Gedanken spielen, mit Klein- und Großkaliber zu trainieren – und dementsprechend bei der Behörde gleich 2 Plätze zu beantragen. Damit hat man dann die Möglichkeit 2 Waffen zu besitzen und sie (auf direktem Wege) von dem Ort der Aufbewahrung zur Schießstätte sowie retour zu transportieren. Wer hingegen seine Waffen führen, d.h. in der Öffentlichkeit zum Schutz bei sich tragen will, muss laut Waffengesetz einen Waffenpass laut § 22. (2) beantragen.

Rechtfertigung und Bedarf

§ 22. (1) Eine Rechtfertigung im Sinne des § 21 Abs. 1 (Waffenbesitzkarte) ist jedenfalls als gegeben anzunehmen, wenn der Betroffene glaubhaft macht, dass er die genehmigungspflichtige Schusswaffe innerhalb von Wohn- oder Betriebsräumen oder seiner eingefriedeten Liegenschaften zur Selbstverteidigung bereithalten will.

(2) Ein Bedarf im Sinne des § 21 Abs. 2 (Waffenpass) ist jedenfalls als gegeben anzunehmen, wenn der Betroffene glaubhaft macht, dass er außerhalb von Wohn- oder Betriebsräumen oder seiner eingefriedeten Liegenschaften besonderen Gefahren ausgesetzt ist, denen am zweckmäßigsten mit Waffengewalt wirksam begegnet werden kann.

Meldepflichtige und sonstige Schusswaffen (Kategorie C und D)

Meldepflichtige Waffen sind Waffen mit gezogenem Lauf (Kategorie C) wie z.B. Jagdgewehre d.h. Repetierbüchsen, Bockbüchsflinten oder Drillinge – sowie Waffen mit glattem Lauf (D) also Einlaufflinten, Doppelflinten, Bockflinten – sofern diese keine verbotenen Waffen, Kriegsmaterial oder genehmigungspflichtige Waffen sind.

Meldepflichtige Waffen darf man in Österreich gemäß Waffengesetz ab dem vollendeten 18. Lebensjahr besitzen. Der Erwerber (Käufer) ist dabei der Meldepflichtige und muss binnen vier Wochen dieses laut § 30 „einem im Bundesgebiet niedergelassenen Gewerbetreibenden, der zum Handel mit nichtmilitärischen Schusswaffen berechtigt ist, melden. Dieser hat darüber eine Bestätigung, auszufüllen und dem Meldepflichtigen zu übergeben. Die Meldung hat die Art und das Kaliber der erworbenen Waffe, deren Marke und Type sowie die Herstellungsnummer zu umfassen. Sie ist erfolgt, sobald der Meldepflichtige die Bestätigung in Händen hat.

Führen darf eine meldepflichtige Waffe nur wer einen Waffenpass oder Jagdschein hat.

Ausnahmebestimmung für bestimmte Waffen

Laut § 45 nicht meldepflichtig und ab 18 Jahren frei verkäuflich sind:

  1. Schusswaffen mit Luntenschloß-, Radschloss- und Steinschlosszündung,
  2. andere Schusswaffen, sofern sie vor dem Jahre 1871 erzeugt worden sind,
  3. Schusswaffen, bei denen die Geschosse durch verdichtete Luft (Druckluftwaffen) oder unter Verwendung von Kohlensäure entstandenen Gasdruck (CO2-Waffen) angetrieben werden, sofern das Kaliber nicht 6 mm oder mehr beträgt,
  4. Zimmerstutzen und
  5. andere Arten minderwirksamer Waffen (z.B. Elektroschocker, der Pfeffer-Spray oder Reizgas-Waffen)

 

An dieser Stelle möchte ich noch mal betonen, das dies hier nicht das vollständige österreichische Waffengesetz ist, sondern nur ein Auszug so wie ich ihn verstanden habe. Natürlich übernehme ich keine Haftung für falsche bzw. nicht vollständige Angaben.

Ich empfehle jedem der  sich eine Waffe anschaffen will oder bereits besitzt sich das Waffengesetz eingehend durchzulesen. Denn natürlich sind hier einige Bestimmungen z.B. bzgl. Aufbewahrung oder Transport, die man unbedingt beachten muss. Wer noch mehr zum Waffengesetz in Österreich erfahren will, dem empfehle ich z.B. den Artikel auf Wikipedia, oder den gesamten Gesetzestext auf www.ris.bka.gv.at zu genießen.